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Von Chancen und prägenden Erfahrungen

15 Jahre Hochschulschnupperstudium für Mädchen in Bremerhaven

Schrauben am Rechner: Informatik gehört zu jedem Hochschulschnupperstudium, auch in diesem Jahr. Foto: Hochschule Bremerhaven

„Ich war so stolz“: So erinnert sich eine junge Frau an ihr Schnupperstudium, das inzwischen rund zehn Jahre her ist. Heute ist die 15. Runde dieses besonderen MINT-Angebots für Mädchen in Bremerhaven mit einer großen Präsentation und Feier zu Ende gegangen. Eine Woche lang hatten 17 Mädchen im Alter von elf bis zwölf Jahren sich an der Hochschule Bremerhaven ausprobieren können: in den Bereichen Informatik, Medizintechnik und Windkraft entwickelten sie gemeinsam mit Studierenden kleine Projekte und bekamen so einen Eindruck, wie es mal sein könnte – später, nach der Schule, als Studentin eines MINT-Faches.

Vom Fachkräftemangel profitieren

„Welche Berufe junge Frauen und Männer wählen, orientiert sich immer noch vielfach an traditionellen Rollenbildern und das verändert sich nur sehr langsam“, so Landesfrauenbeauftragte Ulrike Hauffe, die heute die Abschlusspräsentation moderierte, „dabei können und sollen Mädchen durchaus vom Fachkräftemangel im gewerblich-technischen Bereich profitieren und diese Chance mit guten Karriere- und Verdienstperspektiven nutzen. Deshalb sind Projekte wie das Hochschulschnupperstudium in Bremerhaven so wichtig.“

Bis an den Rand der Kaje

Der Tag beginnt mit Bewegung. Foto: Hochschule Bremerhaven

Und damit diese fünf Tage im Herbst nicht allzu schulisch-technisch daher kommen, sorgen die Organisatorinnen Cordula Keim von der ZGF und Nadine Metzler von der Hochschule Bremerhaven für ein vielfältiges Rahmenprogramm, das allein schon wert ist mitzumachen: Los geht es jeden Morgen mit einem Tanzangebot. Es folgen die dreistündigen Workshops in den drei Bereichen. Jede Schülerin hat sich für einen Bereich entschieden. Dann kommt das nächste Highlight: gemeinsames Mittagessen in der Mensa, gemeinsam mit den „richtigen“ Studierenden. Und am Nachmittag gab es in dieser Woche eine Bustour im Hafen – „bis an den Rand der Kaje!“, so ZGF-Referentin Keim, einen Besuch im Schifffahrtsmuseum samt Berufserkundungsworkshop, Selbstbehauptungs- und Entspannungstraining, aber auch Übungen im Präsentieren für den großen Abschluss heute.

Läuft gut - Mädchen begeistert

Wie funktioniert Ultraschall? Thema im Medizintechnik-Workshop. Foto: Hochschule Bremerhaven

„Es läuft verlässlich gut, die Programmstruktur stimmt, die Dozentinnen und Dozenten begleiten uns zum Teil schon über Jahre – und die Mädchen sind jedes Jahr aufs Neue begeistert“, so Cordula Keim über das Bremerhavener Projekt, das vor 15 Jahren Stefanie Uhe für die Hochschule Bremerhaven und Hilla Ehmke für die ZGF als Kooperation konzipiert und ins Leben gerufen hatten. Auch wenn Hilla Ehmke längst im Ruhestand ist, begleitet sie das Schnupperstudium weiterhin.

"Schmeckt mir MINT?" Ehemalige berichten

Landesfrauenbeauftragte Ulrike Hauffe und Schnupperstudentinnen
Schnupperstudentinnen und Ulrike Hauffe (Mitte) beim Abschluss. Foto: frauenseiten.bremen.de

„Es ist ein Juwel, ein wahrer Schatz“, so Landesfrauenbeauftragte Ulrike Hauffe, „und kann als gendersensible Berufsorientierung wichtige Impulse setzen.“ Ob das tatsächlich geschehen ist bei den Mädchen, die an dem Angebot in den Herbstferien in den vergangenen 15 Jahren teilgenommen haben, wollte Cordula Keim wissen und hat eine Reihe ehemaliger Teilnehmerinnen befragt, die heute erwachsen sind. Das Ergebnis finden Sie in der Dokumentation, die anlässlich des heutigen Jubiläums erschienen ist:

Zum Download: die Broschüre "Schmeckt mir MINT?" (pdf, 2.2 MB)

Nur so viel sei verraten: Stolz auf sich und ihre gemeinsam Zeit in der Hochschule sind sie immer noch - das Schnupperstudium hat bei allen Mädchen einen bleibenden Eindruck hinterlassen.