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Nach 23 Jahren: Verabschiedung von Ulrike Hauffe als Bremer Landesfrauenbeauftragte

Festakt in der Oberen Rathaushalle würdigt das Wirken der Leiterin der ZGF

Bürgermeister Dr. Carsten Sieling und Frauensenatorin Anja Stahmann verabschieden Ulrike Hauffe in den Ruhestand.
Bürgermeister Sieling und Frauensenatorin Stahmann verabschieden Ulrike Hauffe. Foto: Senatspressestelle/A. Raschdorf

Bremen. Im Rahmen eines Festaktes im Bremer Rathaus ist Landesfrauenbeauftragte Ulrike Hauffe am heutigen Dienstag aus ihrem Amt verabschiedet worden. 23 Jahre hat die 66-Jährige in diesem Amt gewirkt, sich unermüdlich für die Belange von Frauen eingesetzt und geht jetzt in den Ruhestand. Bürgermeister Dr. Carsten Sieling und Frauensenatorin Anja Stahmann würdigten ihre Verdienste am Dienstag mit einem Festakt mit rund 300 Gästen in der oberen Rathaushalle.

„Ulrike Hauffe war in ihrer Zeit als Landesfrauenbeauftragte eine kraftvolle, weil äußerst hartnäckige Fürsprecherin von Frauenbelangen in Bremen“, betonte Frauen- und Sozialsenatorin Anja Stahmann, „ich habe sie als im Umgang sehr charmant, in der Sache aber umso unnachgiebiger erlebt. Sie hat überzeugt, nicht überredet. Frauen- und Gleichstellungspolitik in Bremen haben mit ihr ein deutliches Profil bekommen. Dass die Kategorie Geschlecht ein Kriterium sein muss beim politischen Handeln und der Abwägung seiner Folgen, und dass dies in Politik und Verwaltung nachhaltig verstanden wurde, ist ihr Verdienst. Ich danke Ulrike Hauffe für ihr hohes Engagement und ihr großen Leistungen in diesem Amt."

Auch für Bürgermeister Carsten Sieling hat Ulrike Hauffe die Umsetzung der Gleichberechtigung immer wieder auf die politische Tagesordnung und damit wichtige Akzente gesetzt: „In ihrer über zwanzigjährigen Tätigkeit als Bremer Landesfrauenbeauftragte hat sich Ulrike Hauffe mit großem Engagement und viel Herzblut für die Belange von Frauen in Bremen eingesetzt. Viele Projekte, die die Situation von Frauen nachhaltig positiv verändert haben, hat sie in dieser Zeit erfolgreich auf die politische Agenda und in das Bewusstsein der Gesellschaft gebracht. Ich danke Ulrike Hauffe für ihren unermüdlichen Einsatz und ihre wichtige Arbeit und wünsche ihr für den nun kommenden Lebensabschnitt alles Gute.“

Weitere Stimmen zur Verabschiedung von Ulrike Hauffe

23 Jahre für die Belange von Frauen

Ihr Amt als Landesfrauenbeauftragte und damit Leiterin der Bremischen Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF) trat Ulrike Hauffe 1994 an. 2006 wählte sie die Bremische Bürgerschaft für eine zweite Amtszeit. Im Fokus ihrer Arbeit standen insbesondere die Situation von Frauen am Bremer Arbeitsmarkt, die erhöhten Armutsrisiken für Frauen, die Unterstützung gewaltbetroffener Frauen und die Stärkung der Bremer Fraueneinrichtungen. Auch die Frauengesundheit, insbesondere die Themen Schwangerschaft und Geburt, waren für die Diplom-Psychologin, die vor ihrem Amt viele Jahre unter anderem im Klinikum Bremen-Nord in der Geburtsvorbereitung tätig war, zentral.

Ulrike Hauffe war Fürsprecherin gewaltbetroffener Frauen, machte sich immer wieder für Beratungs- und Präventionseinrichtungen stark und gegen das Tabu, Gewalt an Frauen und Mädchen, insbesondere häusliche Beziehungsgewalt öffentlich zu thematisieren. Um auf die Belange von Frauen in den unterschiedlichsten Bereichen aufmerksam zu machen, griff sie auch zu ungewöhnlichen öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen, wenn sie dies als geboten sah, etwa indem sie den öffentlichen Protest gegen den Ausschluss von Frauen bei der traditionellen Schaffermahlzeit mit initiierte. Das Amt wird ab dem 1. November ihre Nachfolgerin Bettina Wilhelm übernehmen, sie wurde im August von der Bürgerschaft gewählt.

Ulrike Hauffe: „Gegen strukturelle Diskriminierung von Frauen angehen und für eine eigenständige Existenzsicherung eintreten, und das kreativ, konstruktiv, konfrontativ – und immer mit aller Kraft: So habe ich meine Arbeit als Landesfrauenbeauftragte verstanden und – so hoffe ich – gelebt. Der Abschied heute, die vielen sehr positiven Reaktionen, die Lockerheit und Leichtigkeit dieser Feierstunde und die Herzlichkeit all der Wegbegleiterinnen und –begleiter haben mich sehr bewegt. Ich danke meinem großartigen Team für seine Arbeit und all den Menschen, mit denen wir und ich gemeinsame Sache gemacht haben. Es war eine spannende und immer bewegte Zeit.“

Verabschiedung von Ulrike Hauffe im Bremer Rathaus